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Demo in München gegen das PAG

Das PAG ist beschlossen – und was jetzt?

Als pluralistische Gruppe haben wir nicht eine geschlossene Meinung. Verschiedene Leute, die in unserem Kontext aktiv sind, geben hier immer wieder eine Sichtweise zum besten. Diese Rede wurde am 15.5.2018 in Nürnberg gehalten.

Dass in Bayern 40.000 Leute auf die Straße gehen, ist ein gutes Zeichen – und ich habe es ehrlich gesagt nicht erwartet.

Mit bunten Haaren ist man es hier gewohnt, allein gelassen zu werden. Deshalb danke, dass ihr heute alle hier seid!

Viele Leute interessieren sich plötzlich für Gerechtigkeit und haben satt, dass die CSU seit über 60 Jahren praktisch Alleinbestimmerin in Bayern ist. Damit, dass die CSU uns alle ignoriert, hat sie vor allem eins gezeigt: wir leben nicht mehr in einer Demokratie, und mit friedlichem Widerstand können wir hier nichts mehr machen.

Wenn 40.000 Leute, die in München kaum auf die Plätze passen, die CSU nicht zum einlenken bringen können, wenn sie Notstandsgesetze einführt und Wegbereiter des Faschismus spielt – dann können wir die Freiheit nicht mehr friedlich verteidigen, und unsere Chance ist verspielt.

Das ist der Moment, nach dem unsere Kinder uns fragen werden:

  • „Was habt ihr dagegen getan, als der Polizeistaat etabliert wurde?“
  • „Was habt ihr getan, als die Demokratie abgeschafft wurde?“
  • „Was habt ihr getan, als all die Menschen abgeschoben wurden, die hier ein besseres Leben suchten?“
  • „Was habt ihr getan, als alle die anders waren, als Lesben und Schwule, Muslime, Aktivisten, Fußballfans, Punks, Unangepasste, Schwarzfahrer, HIV-Infizierte, Psychisch Kranke, Unerwünschte, Migranten, Anarchisten, und irgendwann auch Liberale nach und nach zu Gefährdern erklärt wurden?“

Spätestens vom heutigen Tag an können wir uns nicht mehr darauf verlassen, dass uns der Rechtsstaat vor der Willkür der Mehrheit schützt. Ab jetzt verteidigen wir uns selbst oder gar nicht.

  • Also verschlüsselt eure Kommunikation!
  • Kocht und sorgt füreinander!
  • Erzählt euch eure Geschichten!atat
  • bietet Leuten Unterschlupf an, wenn sie vor unserem oder anderen Regimes fliehen müssen!
  • Liebt euch, als wärt ihr morgen nicht mehr frei!
  • Redet nicht mit den Bullen 😉
  • Lernt, euch selbst und andere vor Gericht zu verteidigen!
  • Seid solidarisch, wenn andere festgenommen werden!
  • Und vielleicht tut ihr ja noch andere Sachen, die wir hier nicht sagen können, ohne zu Straftaten aufzurufen.

Haltet zusammen und glaubt an die Freiheit: bildet euch, bildet andere, bildet Banden!

Die Armutsgestalt des Jörg Bergstedt und das Elend seiner Sympathisanten

Als pluralistische Gruppe haben wir nicht eine geschlossene Meinung. Verschiedene Leute, die in unserem Kontext aktiv sind, geben hier immer wieder eine Sichtweise zum besten.

 

Eine Polemik an der Ideologiebildung der Direct Action Bewegung und seinem regressiven Charackter

Vorwort

Die Direct Action Bewegung rund um Jörg Bergstedt hat eine neue Form des inhaltslosen Aktivismus entwickelt, welche Ersatzhandlungen für Aktivistinnen beinhaltet, die handeln aber nicht denken wollen. Dieser Aktivismus entspringt unserer Meinung nach einer hektischen Form von Theoriebildung, wie sie in den Texten der ‚Projektwerkstatt‘ nachgelesen werden kann. Diese Denkfaulheit wollen wir zuerst in der Theorie am Staatsbegriff, sowie an dem Begriff des Individuums aufzeigen. Danach sehen wir uns die praktischen Protestformen an, die aus der Theorie folgen.

Der positive Bezug zum Konstrukt Individuum und der Staatsfetisch

Die zwei Kernproblematiken, in den Theorien von Bergstedt sehen wir erstens in der positiven Bezugnahme auf das Individuum[1], welches selbst kapitalistisch bestimmt ist. Zweitens wird der Staat fetischisiert als eine äußere unabhängige Gewalt[2].

Das Individuum

Das bürgerliche Individuum entsteht ideologisch mit den Philosophen der Aufklärung(Voltaire, Rousseau, Kant etc.) und entwickelt sich historisch mit dem Entstehen kapitalistischer Produktionsverhältnisse, ca. 1712. Das bürgerliche Subjekt wird verstanden als Warenbesitzer welcher im Austausch von Waren mit anderen Warenbesitzer die Gesellschaft zivilisiert und kultiviert, s. ‚mutmaßlicher Anfang der Menschengeschichte‘, Kant. Erst durch die Warenbeziehung tritt der Mensch in eine zivilisierte Beziehung zu seiner Umgebung und der Gesellschaft. Weiterhin wird das bürgerliche Individuum als rational handelnd, diszipliniert, kurz gesagt, im Sinne Kant’s kategorischen Imperativ, als mündig begriffen.
Die Objektivierung des einzelnen Subjekts entsteht im Tausch- und Produktionsprozess, indem Waren spezifische Eigenschaften zugeordnet werden, oder werden müssen, welche ihren Gebrauchswert bestimmen. Da die Arbeitskraft des Menschen im Kapitalismus selbst zu einer Ware wird, muss er diese Objektivierung auch an sich selbst vornehmen.
Ein weiterer Aspekt, der das Individuum ausmacht, ist der Rationalisierungsprozess der Introjektion. Äußere Zwangsverhältnisse die auf das Subjekt wirken, werden integriert und abgerufen. Äußerlich scheinen dadurch die Zwänge zu verschwinden, etwas das als Freiheit empfunden wird. Jedoch treten die Widersprüche und Zwänge damit, verlagert im Subjekt selbst, privatisiert wieder auf. Beispiele dafür wären: Die erschöpfende Arbeit, die rationalisiert, als Arbeit auftritt, die geliebt wird. Oder die Ohnmacht gegenüber den materiellen Verhältnissen zu einem Dogma wird, alles erreichen zu können, wenn man nur daran glaubt(Tellerwäscher zum Millionär).
Eine ernstgemeinte radikale und selbstreflexive Kritik der Gesellschaftsverhältnisse, würde jedoch genau das Gegenteil bewirken, das was man als Individuum begreift, würde beginnen sich, mit den Widersprüchen, die ins innere verlagert wurden, vor einem aufzulösen. Das Problem ist also nicht, das Individuum an sich, sondern dessen Konstrukt. Im Kapitalismus ist das Individuum die Summe von Zwangsverhältnissen. Das Problem ist also eher, dass im Kapitalismus keine Individualität geformt werden kann, da sie durch die Zwangsverhältnisse stark beeinflusst wird.
Da Bergstedt diesen historischen und ideologischen Prozess jedoch nicht erkennt oder erkennen will und es scheinbar auch nicht vorhat, da er sich positiv darauf bezieht, übernimmt er die Widersprüche die dieses Konstrukt beinhaltet. Welche Widersprüche das sind, sollte im folgenden Staatsfetisch Kapitel klarer werden, da das Individuum und der Staat im Kapitalismus untrennbar aufeinander bezogen sind.

Der Staatsfetisch – freie Menschen in freien Vereinbarungen oder privatisierte Barbarei

Wenn man nicht möchte das eine Staatskritik in einem Fetisch endet, muss man begreifen, dass das was wir als Staat erkennen und uns als Staat gegenüber tritt, in der Denkform selbst, welche aus den materiellen Verhältnissen(Produktionsform) entsteht, beinhaltet ist. Unsere bestehende Gesellschaft, sowie auch Denkform ist Gewalt förmig angelegt. Das machtlose, tüchtige, ehrliche und zugleich rational, vernunft und moralisch handelnd und denkende bürgerliche Subjekt ist durch Gewalt geformt. Um ein banales Beispiel zu nennen: Der Bürger kauft das Fahrticket nicht aus Kants kategorischen Imperativ heraus, sondern aus Furcht vor der Staatsgewalt, er wägt die Strafe gegen den Preis des Tickets ab.
Es ist also ein Gewaltverhältnis notwendig, um die materiellen Verhältnisse durch Gesetze, Strafen usw. zu erhalten und zu reproduzieren, und damit auch das bürgerliche Subjekt. Die Konflikte die daraus entstehen, wie beispielsweise Muße, Freiheit, Machtstreben, Undiszipliniertheit, Glück usw., sowie auch die Reproduktionsarbeit, welche nicht in diese Sphäre gehört, jedoch trotzdem für sie notwendig ist, muss abgespalten werden. Meistens werden diese Wünsche auf Minderheiten projiziert, und das um Bürger(Staatssubjekt, Rechtssubjekt usw.) bleiben zu können: Macht und Glück auf die Juden; Reproduktionsarbeit auf die Frauen; Freiheit, Muße, Arbeitsscheu, Naturverbundenheit auf Sinti & Roma.
Auch werden diese Sehnsüchte kulturindustriell verarbeitet und rationalisiert, in dem derselbe Alltag als Paradies wieder angeboten wird.
Bergstedt erkennt nun jedoch auch diesen Umstand nicht, was ihn dazu bewegt den äußerlich begriffenen Staat abschaffen zu wollen. Was jedoch nur bedeuten würde, dass der Staat als Institution, in einer anderen Form erscheint, da die Produktionsverhältnisse, aus denen er entsteht nicht berührt werden. Beobachten kann man das auch in linken Zusammenhängen, in denen durchaus informelle Herrschaftsstrukturen, wie mit bspw. ‚Awareness-Teams‘ entstehen, welche sich von einer Institution des Staates im kleinen, kaum unterscheiden.

Der Wertcharakter und die Barbarei

Hinter der Idee von ‚freien Menschen in freien Vereinbarungen‘, steckt ein kapitalistisches Merkmal von Effizienz. Die Individuen im „Aushandlungs“verhältnis(nichts anderes als ein Marktverhältnis) handeln Entscheidungen aus. Die effizienteste wird in die Tat umgesetzt. Das was die Gesellschaft nun reguliert, ist nicht das Streben nach effizienter Produktionsweise, also Streben nach größerem Mehrwert, sondern das Streben nach dem geringsten Aufwand. Bergstedt argumentiert(ein herrschaftsloses Verhältnis vorausgesetzt), das so z.B. keine Waffen produziert werden würden um Kriege zu führen, da der Aufwand geringer ist, hier eine Regelung zu treffen, welche für beide Seiten weniger Aufwand bedeutet. Das hebt jedoch den kapitalistischen Charakter in diesem Verhältnis nicht auf, sondern verlagert ihn nur. Es existiert immer noch ein abstrakter Wert von Arbeit. Das es bspw. zu aufwendig ist behinderte Menschen zu versorgen, würde in so einer Gesellschaft, keine weit liegende Assoziation sein, wie es heute schon eine ist. Da sie nun nach weniger Aufwand, des weniger Aufwand wegen strebt. Sowie im Kapitalismus nach dem Profit gestrebt wird, des Profit wegen. Der Wertcharakter in der Gesellschaft wird dadurch nicht aufgehoben. Freiheit ohne Bewusstsein bedeutet Barbarei und das ist was Bergstedts Ideologie vermittelt, einen nicht selbstreflexiven Begriff von Freiheit[3].

Idealistische Gebilde & reale materielle Verhältnisse

Vom Handeln aber nicht Denken wollen

Ein Merkmal von Ideologie ist das unfreier werden, während Freiheit propagiert wird.
Das Kämpfen für Freiheit, beinhaltet das Leben unter der Pfändungsgrenze, sammeln aus Containern, das Befassen mit inhärenten juristischen Kämpfen.
Zusammengefasst muss sich eben den jeweiligen Gesetzen untergeordnet werden, die diese Bewegung im Grunde bekämpfen/abschaffen möchte. Das Unterordnen unter sie, setzt auch ihre politische Handlungsfähigkeit voraus. Beispielsweise bedeutet, das nicht leistungserschleichende öffentliche Verkehrsmittel fahren, per Schild nicht, dass man der Geldstrafe entgeht. Der Geldstrafe wird erst entgangen, wenn es nichts zu pfänden gibt, was das Leben unter der Pfändungsgrenze bedeutet. In dem Zustand ist, das Containern auch ganz vernünftig und konsequent. Der Lebensstil ist tendenziell also schon vorgegeben.
Normalerweise wäre es andersherum sinnvoller. Gesellschaftliche Teilhabe sollte eingefordert werden, hier findet jedoch ein Rückzug statt. Das produzierte Elend der Gesellschaft wird nicht bekämpft, es wird sich von ihr abgegrenzt und eine Selbstverwaltung des Elends eingerichtet, von dem sie ein Teil sind[4]. Weiterhin sollten den Menschen Methoden mitgegeben werden, die es ihnen ermöglicht emanzipatorisch die Gesellschaft zu analysieren, im Grunde also Voraussetzungen zu schaffen. Die Direct Action Bewegung jedoch, gibt einen kompletten Lebensstil vor.
Den Gegner mit seinen eigenen Mitteln, in diesem Fall Gesetze, zu bekämpfen bedeutet sich diesen Gesetzen zu unterwerfen. Es entsteht hier also ein paradoxer Zustand, dessen Ursache darin liegt, dass neue Ideologie aus der bestehenden bürgerlichen Ideologie recycelt wird, die schon Widersprüche enthält.
Zu was das führt, sieht man deutlich bei Bergstedt, der sehr überzeugt von sich selbst, von seinen Katz und Maus Spielchen mit Polizei und Justiz erzählt, oder während er im Müll wühlt, die kapitalistische Produktion kritisiert und damit sein Gewühle rationalisiert. Auf die Frage jedoch, weshalb man dafür im Müll wühlen muss und was es bringt, wenn nun alle Menschen kollektiv im Müll wühlen und ob es nicht besser wäre die Produktion zu überwinden die er kritisiert, welche eben zu dieser Verschwendung führt, wird er nur mit dem immer gleichen Antworten können, nämlich mit Ersatzhandlungen, welche seine Denkfaulheit nicht besser veranschaulichen könnten.
(Sehr oft werden die Zapatistas als Vorbild zitiert: „fragend schreiten wir voran“. Das Fragen wird aber öfters vernachlässigt).
Wenn Bergstedt nun nur seinem selbstgeschaffenem Elend beiwohnen würde, gäbe es aus unserer Sicht, vielleicht nur eine aufmerksame Bemerkung, dass das ganze kein Sinn ergibt.
Das Problem, ist mehr, dass sich Menschen dazu bewegt sehen in Containern zu wühlen, zu schnorren und sich an Bäume zu ketten, auch unabhängig von ihren realen materiellen Verhältnissen(es gibt dazu auch praktische Tipps [5]). Was wiederum den Menschen, die in diese Verhältnisse aus materieller Not gezwungen sind nicht gerecht wird(s. Tendenzen zum Antiziganismus). Die Verhältnisse als Freiheit von der Gesellschaft zu verkaufen und zu imitieren, was jedoch nur Unterordnung in Zwangsverhältnisse bedeutet, offenbart gleichzeitig auch eine sehr egozentrische Sicht auf das Gesellschaftsverhältnis.

 Der esoterische Naturbegriff & Naturbeherrschung

(in Bearbeitung)

Tendenzen zum Antiziganismus

(in Bearbeitung)

 

PS: Außerdem sind die Präsentationen von Bergstedt unglaublich hässlich und unterlaufen jeden Mindestanspruch an ästhetischem Gehalt. Adorno hätte die Bullen gerufen.

 

[1]
[2]
[3]
„Ob gut, ob böse, ob Natur oder Kultur – Herrschaftsfreiheit ist immer richtig! Wir können die Fragen, ob der Mensch von Natur aus gut oder böse ist und wie hoch überhaupt der Anteil ist, der durch die unter anderem in den Genen codierte Anfangsausstattung vorgegeben ist, aber einfach beiseite lassen. Der Streit um die Natur des Menschen mag weitergehen, noch Generationen von PhilosophInnen und VerhaltensforscherInnen dürfen gerne ihre Debatten ins Unendliche fortsetzen. Für die gesellschaftliche Praxis der Emanzipation ist sie aber völlig unbedeutend. Denn was auch immer der Ausgangspunkt ist, d.h. ob Menschen nun vermeintlich als gute oder böse Wesen ins Leben starten, ob sie als unbeschriebenes Blatt oder genetisch codiert daherkommen, spielt keine Rolle mehr, wenn als Ziel besteht, dass sich Menschen mit ihren Fähigkeiten gleichberechtigt entfalten. Denn ob jedeR Einzelne eher von der Entfaltung oder von der Unterdrückung Anderer Nutzen hat, wird das Verhalten beeinflussen unabhängig vom Ausgangspunkt. „
[4]
„Es gibt jedoch auch politische Gruppen, die unabhängige, emanzipatorische politische Arbeit machen und trotzdem nicht „am Hungertuch nagen“. Eines ihrer Geheimnisse ist: Ganz wenig Geld brauchen! Es gibt nur wenige Bereiche, in denen es nicht auch ohne Knete ginge, von Sachspenden bis zu abenteuerlichen „Deals“ kann ganz gezielt und in breiter Form die materielle Grundlage für die politische Arbeit organisiert werden.“
[5]

Karriere & Verwirklichung

Als pluralistische Gruppe haben wir nicht eine geschlossene Meinung. Verschiedene Leute, die in unserem Kontext aktiv sind, geben hier immer wieder eine Sichtweise zum besten.

Unsere Gesellschaft hat die privaten Elemente, wie Kreativität, Loyalität, Vertrautheit usw., in die Öffentlichkeit, in den Job gebracht. Selbstverwirklichung findet nicht mehr im Privaten, sondern in der Öffentlichkeit statt. Womit auch die Formen der Verwirklichung, sei es Lebensstil, Karriere, in Konkurrenz stehen, da die Subjekte im Kapitalismus in einem unumstößlichen Vermittlungszusammenhang, zu der auch die Konkurrenz gehört stehen.

Dadurch ändert sich nun die Bedeutung des Begriffs Verwirklichung. Wenn man meint sich verwirklicht zu haben, steht dieser Begriff nicht mehr im ursprünglichen Sinne da, nämlich die Anerkennung der individuellen Taten in der Gesellschaft, sondern in einer funktionellen, einer das gesellschaftliche Verhältnis rationalisierenden und legitimierenden Funktion.

Man hat nicht das getan für was man sich interessiert, man hat das getan, was die Umgebung von einem verlangt hat. Man hat nicht die Umgebung nach seinen Wünschen gestaltet, sondern die Umgebung einen selbst.
Karriere ist das Gegenteil von Verwirklichung. Durch Verwirklichung drückt der Mensch sich in der Gesellschaft aus. Durch Karriere drückt sich die Gesellschaft im Menschen aus.
Selbstverwirklichung ist von einem Recht zur Pflicht geworden.

In Ihr ist keine Entwicklung mehr, sondern nur noch Anpassung zu sehen.

Weihnachten

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Mit Weihnachten nähert sich ein Ritual welches sich dadurch auszeichnet, dass nicht der Kampf für sich selbst – welcher zugleich auch immer ein Kampf gegen Andere ist -, kurz das Geschäft, Gegenstand des Alltags ist, sondern die Gefühle welche die Menschen zueinander unterhalten. Diese zentralen Werte besitzen jedoch keine ökonomische Kompetenz. Sie sind machtlos gegenüber der konzentrierten Gewalt der Verhältnisse.

Es wird versucht die gesellschaftlichen Widersprüche im privaten, im familiären aufzuheben:
Der Fremdheit wird die Vertrautheit entgegengesetzt;
der ökonomischen Austauschbarkeit, die eheliche/familiäre Unersetzbarkeit;
der Konkurrenz, die Loyalität.

Diese Werte können jedoch nur ein kleines Substitut für das bieten, was im gesellschaftlichen Gesamtzusammenhang überflüssig ist.

Pulse of Europe

Als pluralistische Gruppe haben wir nicht eine geschlossene Meinung. Verschiedene Leute, die in unserem Kontext aktiv sind, geben hier immer wieder eine Sichtweise zum besten.

In ihrem Selbstverständnis schreibt die „Pulse of Europe“- Bewegung, dass es ihr ein Anliegen ist, die vier europäischen Grundfreiheiten zu bewahren: freier Waren- und Dienstleistungsverkehr, freier Kapitalverkehr und freier Verkehr von Arbeitskräften.
Wir als Kommunist*innen wollen nicht in einer Gesellschaft leben, in der Arbeitskraft eine Ware ist. Arbeit soll der Befriedigung gesellschaftlicher Bedürfnisse und der Selbstverwirklichung dienen.

Überhaupt wollen wir nicht in einer Warenwirtschaft leben, denn Warenproduktion heißt, dass nicht für die Bedürfnisse der Menschen, sondern für den Markt produziert wird.

Das ist der Grund dafür, dass in einer hochentwickelten Weltwirtschaft, die ohne Probleme neun Milliarden Menschen ernähren könnte, täglich Tausende verhungern.
Kapitalismus bedeutet, dass fast alles, was wir für ein angenehmes Leben brauchen, Wohnraum, Lebensmittelproduktion oder Verkehrswesen, in privater Hand ist und so genutzt wird, dass es möglichst hohen Profit abwirft.

Wir wollen die Überführung aller Produktionsmittel in Gemeineigentum!

Wohnen, Mobilität, Nahrung und gesellschaftliche Teilhabe müssen Grundrechte sein, keine Waren!

Arbeit und Produktion müssen demokratisch koordiniert und nicht der Willkür des Marktes überlassen werden.

Der freie Kapitalverkehr ist die Wurzel der Konkurrenz zwischen den Staaten und somit Ursache für Imperialismus, Krieg und Flucht.

Der Neoliberalismus hat den Neofaschismus hervorgebracht. Ein Beibehalten dieses Kurses- des Sozialabbaus und Marktliberalismus- wird den Faschismus weiter stärken. Die Kriege in der Ukraine, in Libyen und Syrien sind Beispiele für die Folgen transatlantischer Marktexpansion.

Ein weiteres Ziel des Pulse of Europe ist es „regionale, nationale und europäische Identität“ zu bewahren.“ Das ist Pegida im bürgerlichen Gewand. Wir distanzieren uns klar von dieser Position!

Alles für Alle! Für den Kommunismus weltweit!

Kulturhauptstadt 2025

Als pluralistische Gruppe haben wir nicht eine geschlossene Meinung. Verschiedene Leute, die in unserem Kontext aktiv sind, geben hier immer wieder eine Sichtweise zum besten.

Nürnberg startet dieses Jahr mit der Bewerbungsphase für die europäische Kulturhauptstadt 2025. Das Konzept Kulturhauptstadt ermöglicht es den teilnehmenden Städten ihr kulturelles Erbe in einem größeren Bezugsrahmen, die der EU zu präsentieren. Die EU wiederum kann dies als weiteres Beispiel für die Einheit und Vielfalt Europas propagieren. Wir kritiseren nicht die Idee Kulturprogramme zu schaffen.

Was wir kritisch sehen ist die Umsetzung, der Ansatz mit der neue Kulturprojekte geschaffen und gefördert werden sollen.

Das kulturelle Erbe einer Stadt, Kultur im Allgemeinen ist etwas Einzigartiges. Etwas das nicht in Konkurrenz gestellt werden kann. Das Konzept sieht jedoch genau dies vor: Durch Bewerbung und Jury entsteht ein künstliches Konkurrenzverhältnis in welchem sich das wertvollste Konzept heraus kristallisiert. Die Kultur, sowie die Stadt selbst wird zu einer Ware, welche europaweit beworben wird. Sie wird zu einem politischen Mittel, zu einer Rechtfertigung Europas und dessen Handlungen.

Auch wenn nur ein Nebenprodukt, es entstehen Kulturprojekte, Tourismus und eine Aufwertung des städtischen Ansehens, keine Frage. Es soll nur darauf aufmerksam gemacht werden, dass hier kapitalistische Logik die Entscheidungen, Denkmuster und Verhaltensweisen beeinflusst. Projekte, Veranstaltungen werden immer öfters in unnötig künstliche Konkurrenzverhältnisse eingebettet und umgesetzt. Kapitalistische Verhältnisse werden so reproduziert. Das Projekt Kulturhauptstadt ist dafür ein gutes Beispiel.

Die EU will durch Programme wie die Kulturhauptstadt ein neues wiederspruchsfreies und mehrheitsfähiges Narrativ schaffen, ein friedenspolitisches Narrativ. Diesem Vorhaben stehen neoliberale Wirtschaftsweisen(Austeritätspolitik), Ausgrenzungs- und Abschottungspolitik, sowie Formalisierungs- und Zentralisierungstendenzen entgegen. Ohne das Aufheben dieser Widersprüche bleibt die EU eine Parodie/Karikatur, ein Zerrbild einer solidarischen Gemeinschaft.

Wer sind wir?

Wer wir sind …
Wir sind Azubis, Schüler*innen, Studierende, junge Erwerbstätige und  Erwerbslose und engagieren uns gemeinsam gegen die großen und kleinen  Ungerechtigkeiten des Alltags. Linksjugend [’solid] ist unsere Plattform, wo junge Menschen selbst Politik machen können – egal, ob sie  schon länger dabei sind oder neu einsteigen wollen.
Wir greifen ein, denn die Gestaltung unseres Lebens wollen wir nicht  Anderen überlassen. Unser Kampf gilt offensichtlichen sowie weniger  sichtbaren Herrschafts- und Unterdrückungsverhältnissen, unter denen wir  und andere zu leiden haben. Selbstbestimmt wollen wir leben, statt uns  von Märkten, Lehrer*innen, vom Staat oder gesellschaftlichen Normen  herumkommandieren zu lassen.
Viele unserer heutigen Probleme hängen dabei mit der kapitalistisch  organisierten Gesellschaftsform zusammen, welche zum Profitstreben  zwingt und so Existenzängste, Armut und Naturzerstörung produziert.
Was wir wollen…
Wir wollen ein schönes Leben für Alle organisieren. Doch ein  Gesellschaftsmodell, dessen Antrieb es ist, aus Geld mehr Geld zu  machen, steht dem nur im Weg. Meistens entscheiden nicht die Menschen,  sondern der Markt, wer was wie produziert. Doch seine Logik ist absurd,  sie bringt konkurrierende Unternehmen dazu, den maximalen Profit zu  erwirtschaften. Menschen und Natur sind Kostenfaktoren, die dabei beliebig ausgebeutet werden.
Die Profiterwartungen entscheiden, ob Getreide zu Nahrung oder Sprit verarbeitet wird. Obwohl immer weniger Arbeit nötig ist, werden die Einen immer stärker belastet und der Rest für überflüssig erklärt. Selbst in den Gewinnerregionen des Weltmarkts sind die Lebensumstände der Mehrheit unsicher und fremdbestimmt. Die Wenigsten wissen, wie sie  nächsten Monat die Miete zahlen sollen. Burn-Out und Depressionen sind Volkskrankheiten geworden. Inmitten all dieses Elends bereichern sich einige Wenige am Leid der Anderen, leben in unvorstellbarem Luxus und tun alles dafür, dass sich daran auch in Zukunft nichts ändert.
Deshalb reicht es eben nicht, öfter mal zu Fuß zu gehen, statt mit dem Auto zu fahren. Oder dass Alle mal ein bisschen netter zueinander sind. Sondern wir müssen die Gesellschaft anders organisieren, also die Art und Weise, wie entschieden, produziert und verteilt wird, ändern.
Dafür müssen wir uns den Betrieb, unsere Städte und Straßen zurückholen. Wir kämpfen für die Demokratisierung aller Lebensbereiche, damit die Menschen über alles, was ihr Leben betrifft, selbst entscheiden können. Doch auch die Befürworter des Bestehenden sind gut  organisiert. Nur, wenn wir uns zusammentun, werden wir gehört. Der Kampf für eine andere Gesellschaft beginnt jetzt. Was machst du?

Let’s make the Internet consensual!

As a pluralist group, we do not have a single opinion. Different people, who are active in our context, publish their views here from time to time.

The principle of consent is a collection of norms about sex. They were created to ensure that everyone involved in the sex feels good, so nobody has to fear to be coerced into something they do not want. It relies on steady communication, of asking, how the other one feels about something, and agreeing, verbally or non-verbally, to every act.

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